Die Geschichte Burgaltendorfs im Überblick

vor 10.000 Jahren steinzeitliche Nomaden leben hier und hinterlassen u.a. eine Steinaxt aus Amphibolitschiefer.
1.500 vor Christus sesshafte Gruppen leben hier; von ihnen wurde unter anderem ein Bronzebeil gefunden.
1.000 – 500 vor Christus Pfostenspuren von Häusern und Keramikreste weisen auf eine Besiedlung hin, deren Siedler schon Landwirtschaft betrieben. Einige dieser Flächen im Bereich zwischen Worringstraße und Vaesterei werden seither ununterbrochen bewirtschaftet.
1. Jh. vor bis 1. Jh. n. Chr. eine (germanische?) Siedlung besteht, deren Bewohner auch Ackerbau betreiben.
0 – 450 nach Christus römische Funde (darunter Reste eines Bronzegefäßes) lassen den Schluss zu, dass hier zeitweise ein römisches Militärlager bestand, vermutlich im Zusammenhang mit einem Ruhrübergang.
ca. 450 – 600 eine germanische Siedlung bestand östlich der Worringstraße.
um 1120 die Kirche von Niederwenigern wird erbaut. Zu diesem Kirchspiel gehört Burgaltendorf bis 1902.
1160 / 1180 die Burg Altendorf wird errichtet. Es ist möglich, dass dies der Anlass war, die Siedlung östlich der Worringstraße zu verlassen und die Höfe im Weichbild der Burg zu errichten. Jedenfalls standen nord-östlich und südlich der Burg die meisten der Altendorfer Höfe. Im Tale der Ruhr stand das Haus derer von Holtey mit ausgedehnten Ländereien in der Ruhrau. Der Bereich westlich der Herz-Jesu-Kirche war der gemeinsame „Markenwald“ der Bauern von Altendorf, Dumberg und Niederwenigern.
nach 1350 das Haus derer von Holtey im Ruhrtal wird verlassen und verfällt. Die Güter werden auf zwei Bauernhöfe verteilt: Ober-Holtey und Schulte-Holtey.
1486 im „Schatzbuch der Grafschaft Mark“ werden auch die Höfe in Altendorf erfasst; es sind 14, davon ist einer bereits geräumt (verlassen). Es fehlen mehrere Höfe, die nicht den Herren von der Mark schatzpflichtig (steuerpflichtig) waren, und auch eine Reihe von Kotten, die um diese Zeit entstanden.
1500 Kohlebergbau im Dorf ist nachweisbar (vermutlich aber noch einige Jahrhunderte älter): In der Burgschmiede wird erstmals statt Holzkohle Steinkohle verwendet. Die Bauern graben auf ihrem Grund nach Kohlen, wenn die Feldarbeit dies zulässt.
1672 französische Truppen sind in Altendorf. Im Rahmen ihres Aufenthaltes kommt es zum Abbrand des Bungert-Hofes.
ab 1750 Friedrich der Große von Preußen will die Wirtschaft in der Grafschaft Mark fördern: Er sendet Bergbauexperten aus Sachsen, Thüringen und dem Waldeckschen hierher, um das Anlegen von Stollen und Erbstollen zu verbessern. Zum Abtransport der Kohlen setzt er die Schiffbarmachung der Ruhr durch (Anlegen von Schleusen, auch in Altendorf). Als der Aufschwung erkennbar wird, kommen Arbeitssuchende aus naher und bald immer weiterer Entfernung (Sauerland, Eifel, Westerwald, Münsterland). Sie errichten, meist verstreut im Markenwald, Kotten mit einem großen Nutzgarten.
1780 die Ruhr ist von Langschede bis Ruhrort schiffbar. Dazu trägt auch die Schleuse bei, die der Freiherr von Wendt auf Haus Horst auf Drängen Friedrich II. bauen musste. Sie liegt am Altendorfer Ufer, wo auch ein Wohnhaus für den Schleusenwärter und seine Familie errichtet wird. Die Schleuse ist nach mehrmaliger Renovierung noch heute in Betrieb.
1815 die Gemeinde Altendorf wird dem Kreis Bochum zugeteilt.
1819 im Hause des Steigers Vondran [Haverkamp 7] findet Schulunterricht für die evangelischen Kinder Niederwenigerns statt; auch Altendorfer Kinder dürfen ihn besuchen. 1829 wird der Unterricht in einem neu errichteten Schulhaus im Rosental erteilt.
ab 1832 die Zechen Charlotte, Altendorfer Mulde, Kandanghauer und Steingatt gehen zum Tiefbau über. Es werden mehr Arbeitskräfte erforderlich. Diese Bergmanns-Kötter bauen zum Teil im Markenwald (Altendorf Busch), aber auch an den bestehenden Straßen. Gaststätten, Säle, Steinbrüche, Ziegeleien, Schmieden, Stellmacherein, eine Möbelfabrik, Schuhmacher- und Schneidereien, Bäckereien, Winkelier-Läden (Lebensmittel-/Kolonialwaren), Vereine und ein Spar- und Darlehnskassenverein [heute Geno-Volks-Bank] entstehen.
ab 1858 die katholische Burgschule im Gelände der Vorburg, erbaut aus den Steinen der Burg, wird bezogen. Seit 1846 hatte man durch Unterricht in der Gaststätte Mintrop im Schwarzensteinweg den Weg nach Niederwenigern für die Kinder vermieden.
1860 „Adler-Apotheke“ eröffnet an der Laurastraße, die erste Apotheke der Ruhrhalbinsel (die nächste entsteht 29 Jahre später in Kupferdreh)
ab 1870 die Ziegelei Köllermann baut an der heutigen Holteyer Straße zwei Reihen eingeschossiger Arbeiter-Wohnhäuser, von der Bevölkerung „Bandwurm“ genannt.
ab 1874 die Bergische Eisenbahn von Überruhr aus und die Rheinische Eisenbahn von Steele Süd aus bauen Eisenbahnverbindungen nach Altendorf, um die hier geförderten Kohlen zu transportieren. Personenverkehr wird erst später erfolgen und nie große Bedeutung erlangen. Im Bereich des Bahnhofs entsteht ein Gewerbegebiet, in dem sich einige Firmen niederlassen .
1876 die „Buschschule“ für die katholischen Kinder im Oberdorf (Mölleneystraße) wird in Betrieb genommen.
1885 die Gemeinde Altendorf wird  dem Landkreis Hattingen, Amt Winz zugeteilt. Die Bebauung mit Bürgerhäuser an den Straßen beginnt.
ab 1890 eine zentrale Wasserversorgung wird von der Gemeinde eingerichtet und wenige Jahre später an die heutige Firma Gelsenwasser verkauft. Die baut sie erheblich aus, um von hier einen großen Teil des Reviers mit Trinkwasser zu versorgen. Im Ruhrtal werden große Filterbecken angelegt, ein Wasserturm und ein Erdbehälter werden an der Straße Am Wasserturm errichtet.
1898 an der alten Hauptstraße 99 entsteht die Möbelfabrik „Gebrüder Neuhaus Altendorf“. Aus ihr entstanden im Lauf der nächsten Jahrzehnte drei unabhängige Firmen der Möbelbranche.
1898 die Katholiken, die den größten Teil der Bevölkerung ausmachen, bauen die Herz-Jesu-Kirche und gründen 1902 eine eigene Pfarrei. Die Jahrhunderte alte Zugehörigkeit zum Kirchspiel Niederwenigern ist damit beendet.
1899 ein neues Schulgebäude an der Kohlenstraße ersetzt die evangelische Schule im Rosental.
1898, 1901 mit der „Eggemannschen“ Schwimmbrücke nach Dahlhausen und der „Holteyer“ Brücke nach Horst wird es für die Altendorfer einfacher, Arbeitsplätze jenseits der Ruhr zu erreichen. Allerdings sind 5 Pfennige zu zahlen, was ihnen den Namen „5-Pfennigs-Brücke“ einträgt.
1914 – 18 112 Soldaten aus dem Dorf fallen im 1. Weltkrieg [in den Kriegen 1866 und 1870/71 waren es insgesamt 9 Soldaten]
1925 der erste Linienbus verkehrt im Dorf. Er fährt von Hattingen über Niederwenigern nach Altendorf und weiter über Horst nach Steele.
1929 Altendorf-Ruhr wird dem neuen Kreis Ennepe-Ruhr zugeteilt, dessen Sitz in Schwelm ist.
1933 Linienbusverkehr von Essen über Steele nach Altendorf wird eingerichtet.
1939 – 45 der 2. Weltkrieg geht nicht ganz spurlos am Dorf vorbei. Landwirtschaft und Bergbau sind nur durch den Einsatz von Frauen und Zwangsarbeitern aufrechtzuerhalten.
ca. 235 Soldaten aus dem Dorf fallen bzw. werden vermisst. Daneben sterben im Dorf durch Bomben bzw. Artillerie-Geschosse und räubernde ehem. Zwangsarbeiter 11 Zivil-Personen.
nach 1945 Flüchtlinge aus den mittel- und ostdeutschen Ländern müssen untergebracht werden. Für sie entstehen Siedlungen Auf dem Loh und im Bereich des Elvenholzfeld.
1953 „Auf dem Loh“ entsteht die erste evangelische Kirche des Dorfes. Damit war auch für diese Christengemeinde die Zugehörigkeit zur Pfarrei in Niederwenigern beendet.
1956 Baubeginn der Siedlung „Schlüters Busch“; in den folgenden Jahren entstehen in der „Heinrich Kämpchen Straße“ und „Auf dem Loh“ Siedlungen für Bergleute.
1959 die neue „Burgschule“ an der Holteyer Straße entsteht mit Turnhalle und Lehrschwimmbecken. Die alte wird 1961 bei einer Feuerwehrübung abgebrannt.
1965 an der Kohlenstraße entsteht eine Hochhaus-Siedlung. Sie bleibt die einzige des Dorfes.
1968 auf der Zeche Theodor wird die Förderung eingestellt. Rund 1.500 Beschäftigte müssen einen neuen Arbeitsplatz suchen.
1970 die Gemeinde Altendorf-Ruhr wird in die Stadt Essen eingegliedert und erhält den Namen „Essen-Burgaltendorf“. Straßennamen, die nun doppelt im Stadtgebiet sind, werden zur Hälfte in Burgaltendorf, zur Hälfte in anderen Stadtteilen geändert.
1970 das Schulzentrum an der Alten Hauptstraße 50 ist Standort einer Gemeinschafts-Grund- und -Hauptschule.
1972 die Comenius-Schule, eine Sonderschule für geistig Behinderte,  nimmt den Unterricht in der ehemaligen Buschschule auf. Ab 1984 zieht sie um in das neue Schulzentrum an der Alten Hauptstraße 50/Auf dem Loh 15 S.
1981 das „Worring-Center“ an der Alten Hauptstraße entsteht im Gelände der ehemaligen Gärtnerei Hagemann ein Komplex mit zahlreichen Geschäften und Wohnungen.
1985 die „Comenius-Halle“ wird eingeweiht, eine Mehrzweckhalle für sportliche und kulturelle Veranstaltungen.
1988 die evangelischen Christen können das neue „Jesus-lebt Gemeinde-Zentrum“ Auf dem Loh beziehen, das der größer gewordenen Gemeinde Rechnung trägt.
1993 die Siedlung „Ketteltasches Hof“ entsteht.
2001 Eine in Erwägung gezogene weitere massive Bebauung des Stadtteils führt zwischen politischen Parteien und in der Bevölkerung zu kontroversen Diskussionen. Der Heimat- und Burgverein beginnt nach dem Modell des „Essener Konsens“ mit der Sanierung der Burgruine. Die Sanierung wird 2006 abgeschlossen.
2006 Die alte Gaststätte Winkelhaus (Zur Burgruine) wird abgerissen. Es ist der dritte Abriss eines der alten Gasthäuser nach der Gaststätte „Zu den drei Linden“ und „Zum goldenen Stern“ innerhalb weniger Jahre. Das Gelände der ehemaligen Gaststätte wird mit einem großen Markt der REWE-Gruppe bebaut. Der Platz hinter der Gaststätte, einst genutzt für Kirmes, Sommerfest der Werbegemeinschaft und Martinsfeuer der freiwilligen Feuerwehr, wird Parkplatz und steht für solche Nutzungen nicht mehr zur Verfügung.
An der Charlottenstraße entsteht die Siedlung „Auf den Ruhrhöhen“.
2007 An der Worringstraße entsteht eine neue Siedlung, die den Namen „Hermann-Duesmann-Straße“ erhalten soll.
2008 Die Adler-Apotheke in der Laurastraße schließt. Sie wurde 1860 zur gesundheitlichen Versorgung der Bergleute gegründet. Sie war die älteste Apotheke der gesamten Ruhrhalbinsel. Fast 100 Jahre war sie im Besitz der Familie Mühlhan. Kurt Mühlhan war auch durch seine über fünf Jahrzehnte durchgeführten Hauskonzerte mit hochrangigen Musikern bekannt.
2009 Die Kirche der Neuapostolischen Gemeinde an der Holteyer Straße 70 wird geschlossen. Sie war 1962 ihrer Bestimmung übergeben worden. Kostengründe führen zu diesem Schritt - bedingt durch die geringe Mitgliederzahl. Die Burgaltendorfer Neuapostolischen besuchen seither die Kirche in Überruhr am Heuweg.
 2010 Die Bäckerei Meyer hat am 31.12.2010 geschlossen. Das Ende einer heimischen Bäckereitradition, die über mehrere Generationen am Ort tätig war.