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Über Burgaltendorf

Einleitung / Lage

Burgaltendorf ist ein südlich der Ruhr gelegener Stadtteil im Südosten der Stadt Essen im Bundesland Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Der Stadtteil ist heute geprägt durch die mittelalterliche Ruine der Burg Altendorf, umfangreiche Wohngebiete, Grünflächen und Bereiche mit kleiner Landwirtschaft.

Am 1. Januar 1970 wurde die frühere selbständige Gemeinde Altendorf (Ruhr) in die Stadt Essen eingemeindet und wegen der Namensgleichheit mit dem bestehenden Stadtteil Altendorf in Burgaltendorf umbenannt.

Die Grenzen des Stadtteils berühren im Norden Horst (durch die Ruhr getrennt), im Osten Bochum (Dahlhausen), im Südosten Hattingen (Niederwenigern), im Südwesten Byfang und im Westen Überruhr.


Frühgeschichte

Archäologische Funde aus der Region belegen, dass das Gebiet um Burgaltendorf schon seit der Steinzeit besiedelt war. Funde wie Steingeräte zeigen, dass hier Menschen bereits vor mehreren Jahrtausenden lebten. Für die Zeit zwischen etwa 1000 und 500 v. Chr. geben Keramikreste und Pfostenspuren Hinweise auf eine dauerhaft genutzte Siedlungsfläche. Etwa um 200 n. Chr. lassen Funde eine germanische Besiedlung erkennen, und es gibt Hinweise auf römische Aktivität in der Umgebung. Teile dieser Funde sind im regionalen archäologischen Kontext dokumentiert.


Mittelalter

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde die Burg Altendorf errichtet. Bis etwa 1180 entstanden in ihrem Umfeld erste Höfe. In der Vogteirolle des Grafen von Isenberg um 1220 werden drei Höfe im damaligen Altendorf genannt; ähnliche Hofzählungen sind auch im Kettenbuch der Essener Fürstäbtissin für das Jahr 1330 überliefert. Spätere Quellen wie das Schatzbuch der Grafschaft Mark (1486) verzeichnen bereits 14 steuerpflichtige Höfe, wobei nicht alle lokalen Höfe in Mark-Quellen aufgelistet sind.

Der ursprüngliche Name Altendorf geht auf die “Herren von Altendorf” zurück, einen niederadligen Lokalklan, der im 12./13. Jahrhundert in Diensten der Essener Fürstäbtissin stand. Das heutige Stadtwappen von Burgaltendorf mit drei Pramen (Pferdeklemmen) beruht auf dieser historischen Wappenüberlieferung.


Bergbau

Bereits im 16. Jahrhundert ist in Altendorf Kohleabbau dokumentiert, etwa in den Fluren „Burgschmiede“ und „Burgküche“. Der bergmännische Abbau gewann im Zuge der Expansion von Ruhrschifffahrt und Eisenbahn im 18. und 19. Jahrhundert deutlich an Bedeutung. Zunächst entstanden Erbstollen, später Tiefbauschächte.

In der Zeche Altendorf wurde 1867 nachweislich der erste Presslufthammer im Ruhrbergbau eingesetzt. Die Schachtanlage Theodor existierte bis 1968 und war für ihre große Teufe bekannt.


Eisenbahn

Der Bahnhof Altendorf (Ruhr) (Kürzel ALR) wurde am 1. Juli 1879, rund ein Jahr nach der Eröffnung der Strecke für den Kohlenverkehr, auch für den Personenverkehr eröffnet. Er gehörte zur Bahnstrecke Mülheim-Heißen–Altendorf (Ruhr). Der Personenverkehr wurde am 31. Mai 1959 eingestellt. Teile der ehemaligen Bahnverbindung und Brücken sind noch in historischen Dokumentationen erhalten.


Kirchen

Die frühe kirchliche Bindung der Altendorfer war lange Zeit an das Kirchspiel Niederwenigern, dessen Pfarrkirche St. Mauritius schon im 12. Jahrhundert bezeugt ist. Erst Ende des 19. Jahrhunderts erhielt Altendorf mit der katholischen Herz-Jesu-Kirche ein eigenes Gemeindezentrum; der Bau entstand 1898–1900 aus Ruhrsandstein mit romanisierenden Stilelementen.

Aufgrund des Bevölkerungswachstums begann 1952 der Bau einer evangelischen Kirche; die Kirchweihe der ursprünglichen Kirche erfolgte 1953. Wegen Bergschäden musste dieser Bau jedoch später aufgegeben werden, und am 4. September 1988 wurde die heutige Jesus-lebt-Kirche eingeweiht.


Von der Gemeinde zur Eingemeindung

Altendorf (Ruhr) gehörte seit dem 13. Jahrhundert zur Grafschaft Mark; über Erbfolgen kam es an die Markgrafen von Brandenburg und später an Preußen. Administrativ gehörte Altendorf im Laufe der Jahrhunderte zu verschiedenen Kreisen (u. a. Hörde, Bochum, Hattingen und Ennepe-Ruhr).

Am 1. Januar 1970 wurde die Gemeinde Altendorf-Ruhr nach Essen eingemeindet und aufgrund der Namensdoppelung zu Burgaltendorf umbenannt.


Weitere Eckdaten und Infrastruktur

  • Schulwesen: Der erste Schulunterricht wurde 1846 in einer Gaststätte an der damaligen Landstraße erteilt. 1858 wurde die erste katholische Schule errichtet, weitere folgten 1876 (Buschschule) und 1899 (evangelische Schule).

  • Brücken über die Ruhr: 1898–1901 entstanden mehrere Schwimmbrücken (z. B. Eggemannsche Schwimmbrücke) für Fußgänger, die im Volksmund wegen der Gebühr von 5 Pfennig „Fünf-Pfennigs-Brücken“ hießen.

  • Feuerwehr: Die Freiwillige Feuerwehr Burgaltendorf besteht seit 1894.

  • Straßennamen: Die heutige Mölleneystraße wurde nach dem örtlichen Ehrenbürger Dr. Wilhelm Mölleney benannt, der über Jahre kommunalpolitisch wie kirchlich engagiert war.

Heute ist Burgaltendorf ein wohngeprägter Stadtteil mit grünen Wohnquartieren und verstreuter Bebauung. Eine markante Hochhaussiedlung an der Kohlenstraße stammt aus dem Jahr 1965. Es gibt Grundschulen, eine Förderschule, Kindergärten verschiedener Träger sowie Angebote des lokalen Einzelhandels und der Versorgung entlang der Alten Hauptstraße.


Quellen (Belege)

  • Stadt Essen – Stadtteilporträt Burgaltendorf (Zahlen & Fakten)

  • Essener Meldungen zu Burgruinen-Archäologie

  • Bahnhof Altendorf (Ruhr) – Wikipedia

  • Kulturlandschafts-Daten des Landes (Herz-Jesu-Kirche)

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